Überlebensgeschichte vom Weihnachtsschrecken

Diese aus dem Leben gegriffene Kurzgeschichte fängt nicht mit der Geburt an. Sondern damit, dass nur wenige Tage vor dem „Fest der Liebe“ des Jahres 1998 es für einen kleinen Jungen so schien, als ob plötzlich die Hölle auf Erden einbrach. Durch der ausgehenden Gewalt – vom zu der Zeit toxischen Stiefvater – die einem zwölf-jährigen Jungen widerfuhr, wurde seine anstrengende, aber dennoch fröhliche Welt mit einem Schlag auf den nächsten in eine triste Trostlosigkeit verwandelt, die seine eigentlich doch natürliche Frohnatur in eine sehr tiefe Dunkelheit schmieß, aus die er sich seinen Weg irgendwie zu bahnen hatte. Er fühlte eben in sich ein Licht, das wie die Hoffnung aufflackernd den Weg durch die Wunden zur Heilung weiste. Er befand sich zu sich und seinem wahren Selbst das nie fort war, zwar einige Jahre auf Umwegen, fand als Überlebender häuslicher Gewalt jedoch über einen weglosen Weg regulierend zum Optimalzustand stärker als je zuvor. Und nein, dieser Junge war nicht ich auch wenn ich männlich bin.

Erstveröffentlichung: 29.11.2015, überarbeitet am 27.12.2016. Fazit am 29.02.2017.

Wie diese Geschichte es aufzeigt, war es nicht der einzige Wendepunkt, den ihm widerfuhr, da es unterschiedliche Situationen gab, in denen der kleine Junge durch dem was er an Erfahrungen sammelte, für sein späteres Wissen über toxische Personen was wichtiges gelernt hat. Sowas enorm wichtiges was die meisten Menschen nicht lernten, auch wenn es in ihrer Natur und Intiution verankert ist. Es gab für ihn Situationen, die ihm als Mensch im Bezug auf sein Weltbild und vertrauen gegenüber anderen veränderten.

War es für den Jungen schon schwer genug nach einem Jahr ab 1996 wiedermal erneut, wie auch schon 1994 seine neu-gewonnenen Freundschaften aufzugeben, so traf es ihm härter, als ihm vom toxischen Stiefvater als Haustyrann der Kontakt zu Familie eines Nachbarsjungen untersagt wurde. Und hatte sich seine Mutter noch gegen den biologischen Vater gewehrt, als er ihr den Kontakt zu ihrer Familie verbieten wollte und versuchte sie als unbezahlte Krankenpflegerin für sich zu haben (die ihm seine Rente nicht kaputt machen sollte), so fing sie mit ihm aber keinen Streit mehr an. Denn wollte sie ihm ja helfen und glauben.

Das was den Jungen dabei aber nach kurzer Zeit sehr zusetze, war, dass er wegen dem toxischen Stiefvater neben den besten Schulfreund auch seine Erste Liebe zu vergessen gezwungen war. Auf der einen Seite wollte der biologische Vater der Mutter den Kontakt zu ihrer eigenen Familie verbieten. Und auf der anderen Seite verbat der nicht-biologische Stiefvater den kleinen Jungen den Kontakt zur Ersten Liebe und bestem Schulfreund. So zerrieß es ihm das kleine Herz, als er in der „neuen Wohnung“ in Alten-Hagen eines Abends im Herbst 1997 aus dem Fenster des Kinderzimmers blickte. Und mit einem in der Kehle festsitzenden Kloß, daran dachte, wie es zuvor doch war, als er am Kuhlerkamp endlich Ruhe fand…

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Es fing alles damit an, dass der kleine Junge als achtjähriger im Herbst 1994 auf der gegenüberliegenden Straßenseite der dysfunktionalen elterlichen Wohnung am Remberg mit seiner Schmußedecke stand. Und den Erwachsenen zusah, wie ein paar Wertgegenstände in ein großes rotes Auto verladen wurden, das unaufgeräumt und staubig war. Er wusste nicht was sich warum vor seinen Augen eigentlich abspielte. Er wusste nur, dass etwas im Busch war für dessen Verständnis er zu klein war. Es mit der Zeit aber irgendwann verstehen würde, wenn er mal groß ist. Was er über der etwa halbstündigen Autofahrt bis zur Oma hin mit einem besonders mächtig dicken Kloß in seinem Hals zu spüren bekam, war, dass er in dem ungepflegten roten Kombi durch eine ihm merkwürdige Frau mit langen grauen Haaren von seinem Hund weggebracht worden war. Der kleine Junge hing doch so sehr am Zwergpudel Charlie. Auch wenn Charlie die Hundeleine oft stramm zog, freute er sich nach der Schule immer tierisch darauf mit dem Hund draußen zur Wiese Gassi zu gehen. Die Zeiten änderten sich allerdings grundlegend. So gab es in der Wohnung etwas unverständlich Böses, dass er mit der ins Land gezogenen Zeit verstehen würde. Und war seit seiner Geburt präsent. Als er in dieser Wohnung bis zu seinem achten Lebensjahr lebte, wurde er von seinem Vater hin und wieder bedroht, indem er wegen dem ‚bösen Kinderwillen‘ ihn mit seinem Ledergürtel schlagen würde, den er demonstrativ mit Leder auf Leder knallen ließ oder auch angsteinflößend auf einen Stuhl damit haute. Er tat es jedoch nie. Was er aber tat, war, dass er den Jungen einer Zeugenaussage gemäß im alter von drei Jahren mit einem Stock mehrmals geschlagen hat, wie für eine sog. “Gehorsamsdressur“ in Deutschland es nunmal für die geprügelten Generationen der Vorkriegs, Kriegs und Nachkriegszeit mit herzloser Erziehung üblich war. Kein Wunder für den Vaterterror.

Wegen dem was er erlebte verstand er aus seinen Kinderaugen den Vater nicht, der ihn zeigte was ein Mittelfinger ist und verärgert war wenn sein Sohn ihm den zeigte. Denn immer wenn der Junge in Tränen ausbrach, entschuldigte sich der Vater bei ihm und sagte, dass ihm das leid tut und er das doch nicht so kommen haben wollte. Man kann annehmen, er handelte aufgrund unverarbeiteter Kriegstraumata aus einem Affekt heraus. Aber nicht nur der Junge erlebte schlechtes mit dem Vater, der nun seine Kriegskindvergangenheit statt aufgearbeitet zu haben, nur nach vorne blickend mit den Bierchen verdrängte. Und möglicherweise an Gehirnverletzungen litt, weshalb es hin und wieder zu jähzornigen Ausbrüchen kam. Der Junge hörte auch wie der Vater seine Mutter immer wieder mal ausschimpfte. Er verletzte sie mit dem was er sagte so sehr, dass der Junge sich nicht nur fragend wunderte, warum?!

Sondern weil es ihm Angst machte, war er auch besorgt um sie, als die Mutter unter Tränen zum Vater entgegen schrie: „Du bist immer so gemein zu mir!“ Er fragte sich: „Warum sagte er schlimme Dinge zu ihr?“ Auch er hat erlebt, wie der Vater zu ihm mehrmals grundlos gemein war. Er erinnerte sich, wie es für ihn war, als er im Jahr 1991 einen Tag vor dem zweiunddreißigsten Geburtstag der Mutter auf dem Schlafzimmerboden aufwachte, als er  ihr zur Hilfe eilte bevor er zwei Monate vor dem erreichen des fünften Geburtstages bewusstlos geohrfeigt wurde. Als beide ein halbes Jahr in einem Apartment wohnten, verstand er danach für eine gefühlte Ewigkeit nicht, wieso sie im Winter in die Höhle des Löwen zog? Freute sich aber, da der Junge an seinem Geburtstag auf offener Straße zusammenbrach und im Krankenhaus und vom Vater einen Gameboy bekam.

Er sah sich gut zuhörend weiter an, wie der Vater die sich auf der Couch unter Tränen auflösende Mutter beruhigen wollte. Sie entgegnete ihm jedoch mehrmals mit den unmissverständlichen Worten: „Fass mich bloß nicht an!“ Das wichtigste was er bei diesem Streitgespräch mitbekam, war, als der Vater etwas zu ihr sagte, und sie ihm lauter werden entgegenschrie: „Und das soll Liebe sein?!“ Sowie: „Ach komm! Hör doch auf! Du immer… Du kannst nur verletzen!“ Der Vater war schrecklich, der Junge vergaß auch selber nicht, wie er von ihm oftmals bedroht wurde, als er aufgrund einem unterstellten „bösen Kinderwillen“ mit dem Ledergürtel drohte zuzuschlagen. Sein Arsch sollte Kirmis haben, wenn der jähzornige Vater wie im Krieg durch die Kinderzimmertür stürmte und ihn dabei anschrie.

Und so wie die Zeit unaufhaltsam voran schritt, änderte sich von einem Tag auf den anderen das Leben des kleinen Jungen grundlegend. Über den Anwälten drängte der Vater seine Frau dazu die Wohnung zu verlassen und wollte später mit einer Drohkulisse erreichen, dass sie zu ihm zurück käme. Der Junge wechselte mit ihr den Wohnort für ein paar Monate und die Grundschule(n), ehe er mit der Mutter in einer eigenen Wohnung vorübergehend seine Ruhe fand. Denn auch schon als der Vater im Krankenhaus oder in Kur war, ging es den Jungen immer besser, als wenn der Vater da war. Somit konnte er sich in dem nicht weit entfernten wunderschönen Wald tief aufatmend fühlen. Wenn er Freizeit zur Verfügung hatte, spielte er mit den Kindern oder fuhr mit dem Fahrrad durch den Wald. Und er war wegen der sauberen nach Bäume riechenden Luft so gerne da, sodass er dort mehr Zeit hätte verbringen wollen, wie er diese auch mit den neuen Freunden verbringen wollte.

Doch als er zuvor für ein paar Monate bei der Oma und dem Halbbruder lebte, sowie danach in der eigenen Wohnung mit der Mutter, wurde der Junge von der merkwürdigen Frau, die ihn vom Hund wegbrachte und irgendwie mehr Macht als seine Eltern besaßen, gezwungen, dass er nach der Schule bei der Hausaufgabenbetreuung bis zum Abend üben musste. Es war egal, dass er fast rund um die Uhr ruhig auf seinen Platz saß, unter Rückenschmerzen, die sich mit einem brennenden Gefühl über die Schultern durch die Arme bis zu den Fingern ausbreiteten. Der Junge fühlte sich eingesperrt, gequält und gedrillt. War was nicht perfekt, radierte er es weg und fing neu an. Er empfand es als reinste Qual so grausam behandelt zu werden, wo doch Familie und Freunde nach der Schule miteinander zum sich austob-enden Spielen draußen waren. Und dabei Spaß haben konnten die Hausaufgaben gemeinsam zu machen. Das wollte er auch, aber durfte es nicht. Was er so gemein daran fand, war, dass wenn er nach Stunden mit dem Bus zurück fuhr und längst hungrig war, die meisten ausgetobten Kinder schon bei sich zu hause waren. Er fühlte sich ausgebrannt, und empfand den Einfluß der merkwürdigen Frau mit den grauen Haaren nicht gut. Doch egal was er sagte, nichts half und keiner konnte ihm helfen. Er wusste es: Allen waren die Hände gebunden!

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Die Kraft in der Ruhe des Sturms

Kurz nach Weihnachten 1994 zog er mit seiner Mutter von der Oma und dem Halbbruder in die eigene Wohnung am Kuhlerkamp. Dort fühlte der Junge sich zwar rund um wohl. Freundete sich auch schnell mit den Kindern aus der Umgebung an und freute sich über die zwei grünen Papageien und den Hasen “Mausi” der leider kurz daraufhin auch schon an Krebs verstarb. Ihn machte traurig, dass er weiterhin über Jahre hinweg die Hausaufgabenbetreuung zu besuchen hatte, wodurch er weder die Bindung zu Freunden noch zum Halbbruder pflegen konnte und auch für den Judo-Verein keine Zeit hatte. Es war frustrierend für ihn, nicht nur so einer stramm geregelten Woche unterworfen gewesen zu sein, sondern auch noch jedes zweite Wochenende den Vater besucht haben zu müssen, der ihn zuvor Angst machte. Und später nur vor’s Fernsehgerät setzte, weshalb der Junge zwar lieber draußen mit dem Fahrrad war, aber auch Angst hatte auf Schulkinder zutreffen, vor denen er oft bis zur Wohnungstür flüchtete, als sie ihn verprügeln wollten. Aber er musste tun was befohlen wurde, sonst hätte man ihn ja eben weggebracht.

Wenn er in der sehr begrenzten Freizeit nicht mit seinem Fahrrad oder Inlinern draußen fuhr, war er bei dem Nachbarsjungen von direkt neben an. Dieser konnte sich noch unfreier bewegen als er, weil die Mutter von ihm sich fürchtete, dass sein Vater aus Schweden nach Hagen kommen würde, um ihn zu entführen. Einmal war der Vater auch von ihm da, jedoch machte er ihn komischerweise viele Geschenke, wie es später für ihn jemand tun würde. Der Junge stand von seinem neunten bis zehnten Lebensjahr hin und wieder vor der Wohnungstür des Nachbarjungen und fragte ob er zum spielen raus dürfte? Allerdings war das nur selten der Fall. Kennengelernt haben sie sich, als er an seinem dort nicht nur verschneiten, sondern vereisten Ersten Schultag vor dem Hochhaus den Berg nicht zur Schule runter kam. Als ihm und seiner Mutter gezeigt wurde, wo das Kinderzimmerfenster des Nachbarsjungen, war, erkannte er erst später mit der Zeit, dass den ganzen Tag über Vorhänge vor dem Fenstern zugezogen waren und das Zimmer verdunkelten. Anstatt im Sommer rauszugehen, saß er manchmal mit ihm aus Mitgefühl im Wohnzimmer und spielte mit ihm auf seiner Videospielekonsole. Im Jahr 1995 schaute der Junge jedenfalls bei sich im Wohnzimmer den zweiten Teil der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“, und fragte sich was aus ihm bis zum Jahr 2015 werde? Und errechnete dass er bis dahin fast dreißig Jahre sei. Würde er die Erfahrungen gehabt haben, die er bis dahin insgesamt sammelte, würde er jedenfalls in seiner da noch zukünftigen Vergangenheit bessere Entscheidungen getroffen haben.

Jeden Morgen ging er zu der Zeit mit dem Nachbarsjungen zur Schule, verbrachte die Pausen mit ihm und kam mit ihm nach hause. In den Pausen hat er ihn vor anderen Schülern beschützt, da er es nicht ansehen konnte, wie sie ihm wegen seinem Körpergewicht hänselten, schlugen und traten. So kam es dann auch dazu, dass er eines Tages von bis zu zehn Schülern gepackt und zehrend zum Stahltor geschliffen wurde, durch das der Milchwagen jeden Morgen fuhr. Sie stellten ihn mit dem Rücken so daran, dass als sie ihn mit vielen Händen festhielten, der größte Schüler ihn wehrlos mit voller Wucht ins Gesicht schlug. Als der Schlag dieses Hühnen ihn traf, knallte er mit dem Hinterkopf an den Stahl und sank zu Boden. Ihm wurde schlecht, es kingelte, die Pause war zu Ende. Die letzten Kinder rannten in das Schulgebäude. Und als es zu regnen anfing, musste er zum aufstehen all seine Kraft mobilisieren. Er kam zum Mathematikunterricht zu spät. Dem Lehrer war aber egal was er berichtete, wie er sich fühlte und schimpfte ihn nur aus. So wie er auch “als Neuer” wenige Jahre zuvor in der Ersten Grundschule vor prügelnden Viertklässlern fliehend vor einem Holzphal lief und bewusstlos zu Boden sank, erfuhr die Mutter auch davon erst zwanzig Jahre zu spät.

Als aber die Monate in der neuen Wohnung verstrichen, der Junge jedes zweite Wochenende den Vater widerwillig sah, wobei er stattdessen lieber seinen Bruder gesehen hätte, trat plötzlich ein unbekannter Mann durch die Mutter ins Leben und stellte es auf den Kopf. Ein seltsames Gefühl hatte der kleine Junge schon als dieser Mann eine Nacht bei ihnen verbrachte. Und zwar solch eins, dass er vor lauter Übelkeit aufwachend auf dem Boden kotzte. Doch dieses intuitive Signal seines warnenden Körpers, konnte weder er noch seine Mutter deuten. Wie viele menschliche Erwachsene verstand der Junge erst recht nicht die nonverbale Kommunikation, die mir vertraut ist. Hätte ich schon zu dieser Zeit existiert hätte ich dem Stiefvater bei Bastet knurrend das Gesicht zerkratzt.

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Dem Albtraumabend entgegen

Nachdem seine Mutter 1997 mit ihm die Wohnung aufgab und mit der Heirat eine neue gemeinsame bezog, saß der misstrauische Junge mit ihm eines Tages im Auto. Da er seine Mutter selten so glücklich sah, wollte er ihm zeigen, dass er Anfing ihn zu akzeptieren. Der Junge ignorierte so schwer es ihm fiel, seine Intuition, sein wahres Selbst und dachte nur daran, dass er seine Mutter glücklich sehen wollte. Während er den toxischen Stiefvater aber auf der Wange einen Kuss gab, sah der Junge einen in sich brodelnden Mann mit einem auf ihn so wirkenden eiskalt anschauenden Reptilienblick. Er fühlte in sich ein enormes unbehagen und wäre auch am liebsten vor ihm geflüchtet. Er war aber zu klein und wusste nicht, dass er es mit einer besonders toxischen Person zu tun hatte, die vermutlich unter einer oder mehreren Persönlichkeitsstörungen litt. Was der Junge auch nicht wusste, war, dass er ohne Ausnahme alle Kinder in Wirklichkeit hasste. Und ihn als Konkurrenz betrachtet hat, weshalb er den Jungen über ein Jahr nach der Hochzeit los werden wollte. Es war bloß ein paar Tage vor Weihnachten im Jahr 1998 gegen Abend, als im Leben des Jungen etwas so fürchterliches passierte, dass es einen Wendepunkt bedeutete.

Bevor allerdings die unschuldige Seele des kleinen Jungen, durch der starken Hand des toxischen Stiefvaters, – jener seine Übermachtstellung über ihn als schwächeren Menschen mit hasserfüllter Gewalt ausübte – beschmutzt worden war, kam er eines Abends von einem Spielplatz, wo er ältere jugendliche Freunde fand, nach Hause. Gemäß dem Kontrollfreak-Stiefvater hatte der Junge um Punkt 8:00 Uhr im Bett zu sein, und keine Minute später. Als er nach der Hausaufgabenbetreuung eine bis zwei Stunde pro Tag nur draußen sein konnte, kam er aus Angst vor dem toxischen Stiefvater schon überpünktlich heim. Jedoch zögerte er die Zeit zum Schlafen hinaus, indem er sagte, dass er die Abendnachrichten mit ansehen wollte, denn die Mutter sah er auch nur zum Mittag- und Abendessen. Diese Antwort passte dem vor sich hin kochenden Stiefvater aber überhaupt nicht. Was der kleine Junge auch anhand des ihm zu geworfenen angespannten Blickes, wahrnahm. Zumal er zuvor von dem Jungen ein von sich gezeichnetes Bild fand, das seine körperliche Behinderung beinhaltete. Er saß während die Lieblingssendung des Stiefvaters noch lief, hinter seiner Mutter auf der Couch und lehnte sich mit den Armen an dem Sessel an, auf dem sie vor ihm saß. Als er dann aber nach einem für ihn anstrengenden Tag noch an der Lieblingssendung des toxischen Stiefvaters ’nörgelte’, sprang dieser vor dem Fernsehgerät aus seinem Sessel auf, was den kleinen Jungen so erschrecken ließ, als ob er wie der Beelzebub aus dem Nichts erschien. Er wurde immer wütender, sein Kopf roter und immer roter. So rot, dass man annehmen hätten können, dass ihm fast teuflische Hörner gewachsen wären.

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Als er um den Tisch und Sessel herum zur Couch ging, wo der Junge sich hinter seiner Mutter in Sicherheit barrikadiert glaubte, war es bereits für ihn zu spät, um zu flüchten. Wie ein Wolkenbruch prasselte es in verbaler Form auf ihn nieder, als der Stiefvater ohne seine Nerventabletten genommen zu haben den Wutanfall seines Lebens bekam. Der Junge hatte bis dahin, wie seine Mutter einmal eine toxische Person überlebt, was den meisten Kindern in ihren Leben hoffentlich erspart bleibt. Die Ruhe war jedoch wie erkennbar die Ruhe vor dem schon am Horizont sich zusammenbrauenden Sturm, der auf den Jungen wie Regen verbal immer härter nieder prasselte, ehe dann das große Gewitter einsetzte. Der Stiefvater sagte in dem Wissen, dass der Junge alle zwei Wochen widerwillig seinen Vater besuchen musste, dass er ihn entweder mit dem Auto zu ihm hinbringen könne. Oder wenn er das nicht wollte ihn dann direkt ins Heim bringen würde. Als das sein voller ernst war und er zu ihm schon sagte: „So jetzt komm! Ich bring Dich weg!“ rutschte der Junge zur anderen Couchseite, weshalb der Stiefvater im Wohnzimmer wie ein Wahnsinniger herum tobte. Er hat ihn vor die Wahl gestellt. Und auch seine Mutter stellte er vor die Wahl, sich für einen von den beiden zu entscheiden. Worauf er als parasitärer Kontrollfreak aus war, war, dass der Sohn also mit ihr Einverständnis für mindestens sechs Jahre (Volljährigkeit) ein isolierendes Kontaktverbot auferlegt bekommen hätte.

Er wollte sie ganz für sich alleine und hasste Kinder zutiefst, weshalb es ihm gewissenlos leicht fiel einem zwölf-jährigen Kind gesagt zu haben, dass wenn er „als Erwachsener“ seinen Wille nicht bekomme, auch vor dem Baum mit dem Auto fahren könnte, und der Junge an seinem Tod schuld wäre! Im Urlaub zeigte er den Jungen kurz zuvor auch schon seinen abscheulichen Hass, als er ohne ihn ins Auto einsteigen zu lassen, einmal einfach losfuhr. Und ihn fast alleine an irgendeinem Strand an der Ostsee hätte stehen lassen, wenn da nicht ein Onkel und die Mutter gewesen wären. Wie bei seinem Vater, wehrte er sich diesmal erst gegen die verbalen Angriffe. Weder wollte er aus Furcht zum Vater, da er es ungerecht empfand, dass er sich dem zwanghaften Besuchsanrecht zu beugen hatte, noch wollte er, wie kein Kind (mit der in den ersten drei Lebensjahren aufgebauten Mutter-Kind-Bindung) es will, in ein Heim. Bevor der toxische Stiefvater die Mutter noch fragen würde (nachdem ihm mehr Widerstand entgegen kam als geglaubt), der Junge sich keinen Zentimeter vom Fleck bewegte und trotz der Angst vor ihm wie ein Fels in der Brandung dem Unwetter ausharrte, rieß ihm ziemlich schnell jener Geduldsfaden der kurzen Impulskontrolle. Er zog den Tisch zur Seite, hinter dem der Junge sich barrikadierte und explodierte. So versuchte er an seinem Arm zu ziehen, um ihn von der Couch zu zehren. Der Junge hielt sich aber mit beiden Händen so fest er nur konnte, an die Couch fest. Er schrie „Nein!“ zum toxischen Stiefvater, welcher hasserfüllt ihn als schlimmsten Feind ansah. Und je mehr er merkte den Jungen trotz seiner Kraft in seiner gesunden Hand nicht vom Fleck bewegen zu können, fing er dann damit an mit seiner flachen Hand ihm mehrmals heftig ins Gesicht zu schlagen.

Er schlug und schlug, während er sich bei dieser Prügelattacke in seinen Wutrausch hinein steigerte. Wie oft die Hand in sein Gesicht wie ein Eisenschlag einschlug, das hat der Junge nicht gezählt. Als alles vorbei war, war er jedenfalls froh, trotz der Todesangst, die ihn sich nicht vom Fleck bewegen ließ, dieses Monster (bzw. menschliche Raubtier) überlebt zu haben und der Schrecken größer als alles andere war. Doch bevor es soweit war, krallte er sich kräftiger an der Couch, als zu diesem Zeitpunkt die Tränen aus lauter Furcht das Gesicht herunterströmten und wie ein Wasserfall zu Boden fielen. Der kleine Junge, der sich mit beiden Händen weiter an die Couch krallte und den Peiniger trotz aller Qual, die dieser über ihn mit sich-selbst-zerfressenden Hass gegen das unschuldige Leben überschüttete, konnte er sich wegen der Schläge nur noch kurz festhalten, als er nicht entführt werden wollte. Ähnlich einem Hasen vor der Schlange, verfing sich die Mutter ebenso wie er, in einer dafür nur typischen Angststarre, bis sie zu sich kam, als der junge immer lauter um Hilfe schrie. Solch eine Hilflosigkeit war in dieser Situtation schrecklich.

Nachdem aber der toxische Stiefvater wutentbrannt aus seinem Sessel sprang, den weinenden und schreienden Jungen drohte ihn von seiner Mutter zu trennen und ihn anfing zu schlagen, zog er diesen sodann kreischenden Jungen richtig fies an seinem Ohrläppchen. Undzwar so heftig, dass das noch über einige Tage überdauernd einen Bluterguss ergab, (den neben der merkwürdigen Frau mit den grauen Haaren und der Macht, u.a. auch die Patentante sich enttäuscht ansah). Woraufhin somit der Widerstand gebrochen schien, als der Junge sich nicht mehr an der Couch festhielt und der toxische Stiefvater diese Gelegenheit nutzen wollte. Anstatt aber den Jungen mit zum Auto zu zehren, setzte er sich mit all seinem schweren Körpergewicht auf ihn drauf. Der Junge bekam unter ihm immer schwerer Luft. Jetzt war er also endlich in der richtigen Position als früher gemobbtes Schulkind aufgrund einer körperlichen Behinderung, wie ein narzisstischer Gottmensch, an den Jungen als Sündenbock auserwählt für alles was er erlebte alles rauszulassen. Es war für ihn soweit sich an einem Kind zu rächen. Doch am Ende hat er sich mit seinem falschen Verhalten nur selber in die Wüste geschickt.

War zwar die Möglichkeit auf Notwehr für den Jungen sehr eingeschränkt, aufgrund des ihm auf der Schlafcouch unbeweglich machenden Körpergewichts. Und schrie er unter der ausgestandenen Todesangst wie am Spieß, als die Mutter ihn noch nicht zu schützen vermochte. Und haute ihn auch der toxische Stiefvater aus seiner eingenommenen Übermachtsposition mehrfach ins Gesicht, so brachte es der Junge doch noch in diesem Überlebenskampf ohne Regeln fertig, so fest er es nur vermochte sein rechtes Knie in sein Unterleib zu rammen. Es war das was er eigentlich niemand antun wollte, was ein schmutziger Trick war, zu dem er mal in der Grundschule griff, weil er es von anderen kannte und wusste wie sehr das weh tut. Allerdings hatte er in der schutzlosen Lage aus reiner Notwehr keine andere Möglichkeit, es war das einzigste was er noch tun konnte. Es schien als ob der Junge im Innern Bärenkräfte generierte und wie „Marschall Bravestarr“ diese dann einsetzte. Dem toxischen Stiefvater tat dies trotz dem sich am Kind rächenden Wutrausch enormst weh, denn hat dieser unter Schmerzen und aus lauter entsetzen, weil der Junge sich immer noch zu wehren wagte, deswegen – so unfair das Kraftverhältnis schon war – wie ein schlechter Verlierer eines sehr unfairen Wrestlingmatches zum Abschluß seiner Schandtat, es sich sogar noch erdreistet, ihn ins Gesicht zu spucken. So eine Sauerei. Er gab ihn zu verstehen, wie sehr er Kinder verachtet. Jetzt tat es dem Jungen erst recht nicht mehr leid, dass ihm einmal ausversehen ein American Football ins Gesicht traf. Bevor er vom Jungen stieg, erwachte die Mutter aus der Schockstarre, realisierte was passierte und schrie erst: „Jetzt ist aber gut, hör auf, das ist mein Junge!“ Der Junge hätte von diesem Riesen erschlagen worden sein können, da er aber sich von Natur aus so zur Wehr setzte wie er es sieben Jahre zuvor tat, als er seine Mutter vor dem Vater schützen wollte und Glück hatte, konnte er nun hinter der Mutter Schutz finden. Sie hielt sodann den Stiefvater auf Abstand, während er den Jungen die Schuld an seinem Selbstmord einreden wollte, als er sagte, dass er ja dann auch vor’m Baum fahren kann.

Undso provozierte nach dem alptraumhaften Abend am nächsten Morgen der Stiefvater weiterhin den Jungen, der daraufhin dazu gedrängt sich seine Winterschuhe anzog und ihm vor das Schienbein trat. Er trat einmal so fest zu, dass es dafür ausreichte, dass er blutete. Seine Mutter aber stritt sofort ein, indem sie ihren Jungen an sich festhielt, sodass er nicht auf den, ihn bis ans äußerte treibenden toxischen Stiefvater mehr los ging, so verständlicherweise wegen der Wut er es auch wollte. Doch Angriff war hierbei die falsche Lösung. Sondern “Flucht” die einzig richtige! Sonst hätte der Stiefvater die narzisstische Nahrung bekommen die er ja wollte, als er zu ihm auffordernd sagte: „Komm schon! Tue es! Los! Tritt zu! Ja! Nochmal! Los!“. Bastet sei dank verließ sie so schnell es ging vor Weihnachten mit ihren Sohn endlich den süchtigen „Energievampir“, der sich von den negativen Emotionen am liebsten ernährte, da er wusste, dass er dafür Verantwortlich war, dass sie gefühlt wurden. Der zu verzeihende Fehler, den die Mutter genauso, wie u.a. die Frau mit den grauen Haaren und der Macht beging, war, dass niemand Anzeige erstattete. Sondern der Übeltäter vor juristischen Konsequenzen wie Körperverletzung, denen er sich eigentlich zur Verantwortung hätte ziehen müssen, völlig geschützt war. War das so schon eine Schande, dass der Vater nichts zu befürchten hatte, obwohl er auch schon in den 1960er Jahren seine Erste Ehefrau zur Flucht vor ihm verleitete, so war es für den Jungen als aufwachsenden Jugendlichen frappierend, dass es nicht ermöglicht wurde Gerechtigkeit zu erlangen. Stattdessen sprach die merkwürdige Frau mit den grauen Haaren und einem anderen Mann mit Rauschebart mit seinem Peiniger unter sechs Augen. Was für den Jungen zeigte, dass es keine Gerechtigkeit für ihn durch die Frau, die vorgab sein bestes zu wollen, gab.

Jetzt war sie, die es auch nicht mochte, dass er die Böhsen Onkelz hört, die ihm emotional mehr als sie halfen, für ihn erst recht die Hexe aus dem Märchen Hänsel und Gretel, welches sein Vater ihm als Kind aus seinem Märchenbuch vorlaß. Die Annahme, dass sie eine kaltherzige Frau war, wurde ihm später auch klarer, als sie seinem Hausarzt, es verbot ihn weitere entschuldigte Schulfehltage zu gewähren, wenn er wegen, wie er es heute versteht psychosomatischen Beschwerden bei ihm in Behandlung war. Der Hausarzt hatte selbst diese Macht von ihr zu fürchten. Und so kam es eines Tages dazu, dass sie den Jungen mit einer schweren Bronchitis zur Schule brachte. Beim letzten Treffen mit dieser staatlichen Wächterin schenkte sie ihm von den Toten Hosen eine CD auf der ein Lied über Kindesmissbrauch und ein weiteres über einer Seelentherapie enthalten ist, die der Junge längst besaß. Jahre zuvor rechtfertigte sie die Kontrolle des Lernzwangs mit einer ihm angedichteten Lernbehinderung, welche sie später vor Gericht revidierte, als sie sagte, dass er nur ein fauler Sack gewesen sei. Im Hinblick darauf, dass er aber durch zwei toxische Personen traumatisiert war und dadurch eine Lernblockade hatte, wird irgendwo in ihr klar geworden sein, dass ihre Hilfe keine große Hilfe war. Den Wendepunkt zum guten hin, brachte ihm der lang verwehrte Kontakt zu seinem Bruder, den er immer schon kennen wollte. Er lachte über seine Witze und fühlte erinnernd in sich, wie wertvoll es doch trotz allem ist eine Frohnatur zu sein. Intuitiv merkte der älter werdende Junge, dass u.a. das Waldbaden und das hören von Musik mit die er sich identifizieren konnte, ihn ebenso half die Vergangenheit zu akzeptieren und stets achtsam mit sich und anderen umzugehen. Auch ich kenne ihn und hab ihn lieb, meow..

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Demnächst wird hier ein neues Fazit folgen mit allgemeinen Fakten zum Missbrauch.

Solange sei hier schon die Playlist mit Videos über diese stille unbekannte Epidemie:

Sehen Sie hier von NormelTV über Youtube dieses besonders aufrüttelnde Video: